Was bedeutet die neue Gesetzeslage in Nordrhein-Westfalen?

(Stand: 19. April 2021)

Die neue Gesetzeslage in Nordrhein-Westfalen verbietet den Einsatz von Wärmebildvorsatzgeräten sowie digitalen Vorsatz- und Aufsatzgeräten und die feste Verbindung von Lichtquellen mit der Schusswaffe. Ausdrücklich erlaubt sind nur Nachtsichtgeräte die Restlicht verstärken.

Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen begründet dies wie folgt:

„Nachtsichtgeräte mit Bildwandler wandeln das für den Menschen nicht sichtbare Infrarotlicht in sichtbares Licht um (Wärmebild). Diese künstlichen Bilder können der Schützin oder dem Schützen eine trügerische Sicherheit vortäuschen, die Hindernisse im Vordergelände oder einen nicht ausreichenden Kugelfang im Hintergelände nicht hinreichend bestimmt erkennen lassen. Diese Geräte eignen sich hervorragend für die Lokalisierung und Identifizierung von Wild, aber nicht für die Schussabgabe in einem dichtbesiedelten Raum. Zur Eindämmung möglicher Gefahren werden Geräte mit Bildumwandler für die Schussabgabe daher nicht zugelassen. Zur Erhaltung der Sicherheit wird die Schussabgabe begrenzt und ist nur von erhöhten Ansitzen aus und auf eine maximale Distanz 100 Metern zulässig. Die Verwendung von künstlichen Lichtquellen und Infrarotstrahlern ist aufgrund der waffenrechtlichen Beschränkung zurzeit nur zulässig, wenn sie nicht mit der Schusswaffe verbunden werden.“

Quelle: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV17-4580.pdf

Das bedeutet, dass derzeit ausschließlich Nachtsichtgeräte und Nachtsichtvorsatzgeräte zulässig sind, die das vorhandene Restlicht verstärken. Die Nachtsichtvorsatzgeräte der Jahnke Baureihen, DJ-8 NSV 1×48 u DJ-8 NSV 1×56 aber auch unsere Aufsatzgeräte DJ-8 1×25 nutzen diese Technologie.

Welchen Hintergrund hat die Entscheidung in Nordrhein-Westfalens und von welchen Gefahren dort gesprochen wird, möchten wir hier kurz erklären.

Auf den folgenden Bildern erkennt man, welche Gefahr von Wärmebildvorsatzgeräten ausgehen, wenn zum Beispiel Hindernisse wie Äste im Schussbereich aufgrund einer nicht vorhandenen Wärmesignatur unsichtbar bleiben und somit eine trügerische Sicherheit vermitteln:

Auf der linken Aufnahme vermeintlich freistehendes Rehwild. Das ändern der Fokussierung zeigt jedoch, dass die Geschossbahn nicht frei wäre.

Selbst Äste mit einem Durchmesser von 1,6 (!) cm, wie auf dieser Aufnahme, sind kaum auszumachen.

Ein weiteres Problem ist ein nicht hinreichend zu erkennender Kugelfang. Wärmbildgeräte Besitzer kennen das Phänomen gerade im Herbst und Winter. War das Wetter über mehrere Tage wolkenverhangen, oft auch in Verbindung mit niedrigen Temperaturen, so wird das Erkennen der Landschaft immer schwieriger.
Auf dem linken Bild eine Landschaft mit Rehwild, nachdem es mehrere Tage sehr kalt war und die Sonne nicht schien. Rechts derselbe Ausschnitt nur einen Tag später. Jedoch kam tagsüber die Sonne wieder raus und die Landschaft konnte sich „aufwärmen“. Wenn man genau schaut, kann man auf dem linken Bild den Baum links erkennen. (Unbearbeitete Originalaufnahmen: Vox Sensor 300 x 400, 35-mm-Objektiv. Kameraeinstellungen identisch.)

In unserem Online-Shop finden Sie zusätzlich auch das Produkt „JAHNKE-PLUS: DJ-8 NSV 1×56 + JAHNKE THERMAL II (Nordrhein-Westfalen Version)“. Hiermit reagieren wir auf die aktuelle Gesetzeslage in Nordrhein-Westfalen. In dieser Version des „Jahnke-Plus“ finden Sie zusätzlich, kostenlos einen Handschuh zur Halterung der Phönix Focus Lampe. So ist ein Einsatz möglich, ohne dass die Lampe mit der Waffe verbunden ist, da dies nicht erlaubt ist.